Damaszenerstahl

Die Technik des Damaszenerstahlschmiedens ist bereits seit mehr als 2500 Jahren bekannt. Die Damaststahltechnologie entwickelte sich an weit voneinander entfernten Orten in ähnlicher Weise. Zahlreiche überlieferte Heldenlieder und Mythen unterschiedlicher Kulturkreise preisen Waffen aus Damaszenerstahl und sprechen ihnen sogar magische Eigenschaften zu. Man spricht von ihrer unglaublichen Haltbarkeit, Filme wie “Highlander“ erzeugen einen fast mystischen Flair um die “gefalteten“ Klingen.
Heute gibt es viele unklare Vorstellungen über die Herkunft und die Eigenschaften von Damaszenerstahl, oder überhaupt über die Kultur- und Zeitepochen, in denen Damaszenerstahl hergestellt wurde.
Eines ist klar, die Waffen aus Damaszenerstahl wurden nicht in Damaskus hergestellt, wie der Name vermuten lassen könnte. Damaskus war vielmehr ein bedeutender Handelsplatz im Orient und damit ein wichtiger Waffenumschlagplatz.
Es gibt unendlich viele Varianten von Damaszener Stahl. Sie unterscheiden sich durch ihre Qualität, die Herstellung, das Aussehen und den Verwendungszweck. Allen gemein ist aber die mehr oder weniger gemusterte Oberfläche, die den inneren Aufbau der Waffe widerspiegelt.
Es gibt zwei Grundtypen von Damaszener Stahl. Der häufiger vorkommende und ältere ist der Schweißdamast, auch Schweißverbundstahl genannt. Er wurde von den Normannen, Alemannen, Franken, Samurai, den Römern und in Indonesien verwendet.
Der zweite Typ ist das Wootz, auch Tiegelschmelzstahl oder Kristallationsdamast genannt. Daraus bestehen die indisch-persischen Blankwaffen aus der Mogulzeit. Lange Zeit war in der westlichen Welt die Kunst, Damaszener Stahl zu fertigen, verloren. Erst als nach den Kreuzzügen Waffen mit Wootzklingen nach Europa kamen, hat man versucht, diese nachzuschmieden. So kam es zu einer Wiederbelebung des Damastes.
Es ist schon bis in die frühe Eisenzeit hinein belegt, daß mehrere kleine Eisenmengen zu einem größeren Teil zusammengeschweißt wurden. Aber warum?
In Grönland, Sumer und Ägypten gewann man Eisen von Meteoriten. Dann hat man dort versucht, das Eisen aus Stein zu gewinnen. Aber man konnte das Eisen nicht schmelzen, die dafür erforderliche Hitze 1535 °C war einfach nicht zu erreichen.
Dieses Problem hatten auch die Menschen in anderen Gebieten. Sie nutzten zur Erzgewinnung Rennfeuer. Dabei erhielten sie aber nur kleine, verschlackte Eisenteile, die Luppen. Schmiedete man diese Teile aber gut durch, erhielt man recht reines, weiches Eisen. Das war besser als die damals übliche Bronze, wie sie die Germanen, Griechen und Römer nutzten. Weil von den Luppen nur wenige 100 Gramm brauchbar waren, hat man zuerst nur kleine Gegenstände gefertigt.

Dann aber machte man eine Entdeckung: Man kann mehrere Eisenstücke, z. B. mehrere Luppen und wiederverwendetes altes Eisen, zu einem verbinden, und so durch Feuerschweißen ein großes Stück Eisen erhalten.
Außerdem merkte man, daß das Eisen sehr unterschiedlich beschaffen war. Es konnte hart oder weich sein, warm- oder kaltbrüchig, und verschiedene Farben haben. Aus der Erfahrung zeigte sich, daß hartes Eisen gut für Messer war, aber sehr spröde. Es blieb lange scharf, konnte mehr aushalten, aber bei Überlastung durchbrechen, und die Bruchstücke trafen dann nicht nur den Feind.
Weiches Eisen dagegen war zäh. Das war schlecht für Schwerter, denn die würden verbiegen und beim Kampf tiefe Kerben davontragen.
Das Ziel der Schmiede war also, diese beiden Eigenschaften zu kombinieren. So entdeckte man den Verbundstahl. Er wurde bis zur hohen Perfektion entwickelt, zum Beispiel von den Römern, aber das hat sehr lange gedauert.
Das bisher älteste gefundene Exemplar von Damast stammt von 500 v.Chr. Es ist ein keltisches Schwert aus Streifendamast.